Weg 2
Industrie und Ría in el "botxo "

Botxo: Volkstümlicher Name, unter dem die Stadt Bilbao bekannt ist, wegen ihrer Lage als "Loch", da sie zwischen mehreren Gebirgen eingeschlossen liegt.

Schritt 2_ Industrielle Architektur des 20. Jahrhunderts

Strecke von 3 km

Von hier aus entdecken Sie auf dem Weg Pavillons und Fabrikhallen über 2 Strecken zur Auswahl:

  1. Weiter an diesem Ufer in Höhe der Ría. Die Strecke verläuft hauptsächlich auf einem Fußgängerweg. Sie haben hier eine Sicht mit mehr Perspektive und weniger Detailansichten, doch sie können über eine alternative Strecke nach Bilbao zurückkehren.
  2. Am gegenüber liegenden Ufer entlang. Hier sehen Sie die Gebäude mit viel mehr Details, doch der Rückweg nach Bilbao muss auf der gleichen Strecke wie auf dem Hinweg erfolgen.

Um dieser Anleitung zu folgen, nehmen Sie die Alternative 1 vom Meeresmuseum aus (auf Englisch). Hier ist noch ein Teil des Erbes des ehemaligen Dock 2 der Werft erhalten, und im Inneren wird in didaktischer Form die enge Bindung der Stadt an das Meer im Laufe der Jahrhunderte erläutert.

Meeresmuseum
Die Zukunft der Nachbarschaft

Wir begeben uns zum Stadtviertel Olabeaga (Tour bis zur Mündung - auf Spanisch). Ein Ort, an dem die Mehrzahl der Bewohner mit dem Meer verbundene Arbeiten verrichteten (im Schiffbau, als Seefahrer, als Stauer...). Heute sind alle Ladeplätze und Infrastruktureinrichtungen für diese Arbeiten verschwunden.

Die wichtigsten historischen Elemente befinden sich am gegenüber liegenden Ufer. Dies war das Flussufer des Stadtviertels Deusto, bis in den 60er Jahren im hinteren Bereich der Pavillons und Wohnhäuser ein enormer Kanal eröffnet wurde, der dieses Gebiet wie eine Landenge zurückließ, die schließlich zu einer Insel wurde.

Die neue Umgebung wird aufgerufen, um einen Großteil der Kreativwirtschaft in der Villa zu konzentrieren

Auf diesem Gelände wird die nächste große Herausforderung im Bilbao des 21. Jahrhunderts angesiedelt, indem es als Wohngebiet, Sitz von Unternehmen mit hohem Mehrwert und gesellschaftlichen Einrichtungen gemäß dem Projekt der Architektin Zaha Hadid umgewandelt wird, bei der die eindrucksvollsten Industriegebäude erhalten bleiben.

Zur Zeit liegen hier größtenteils Gebäudekomplexe im Verfall, in Ruinen oder einfach Grundstücke, auf denen die früheren Bauten abgerissen wurden. In dieser Phase der zukünftigen Neugestaltung des Gebiets beherbergt das Stadtviertel namens Ribera de Deusto künstlerische Aktivitäten und Projekte, die in vielen der noch erhaltenen Pavillons ansässig sind.

Sobald wir das Viertel Olabeaga durchquert haben, nehmen wird den Fußgängerweg am Ufer, der es mit dem Viertel Zorroza verbindet.

Coromina Industrial
COROMINA INDUSTRIAL

Den ersten Bezugspunkt sehen wir am rechten Ufer, ungefähr auf halber Strecke des Längswegs von Olabeaga. Es handelt sich um die Fabrik von Coromina Industrial (auf Spanisch) aus dem Jahre 1923 (6).

Madaleno- oder Yandiola-Palast
Von den 8 Pavillons, die sich hier einst befanden, ist nur der vordere Bau erhalten, der das Wächterhaus, Büros, Ställe u.a. beherbergte. Es weist ein elegantes Fassadenfries gemäß dem Projekt des Architekten Manuel Mª de Smith auf. Es handelt sich um einen einheitlichen Bau mit Pförtnerloge, Hausmeisterwohnung im ersten Stockwerk und Werkstätten rund um einen rechteckigen Innenhof aus Ziegelsteinen, Zementverputz und Kacheln mit stilistischen Bezügen auf den Sezessionismus.

Hier wurde Kohlensäure- und Schwefelsäureanhydrid produziert, bis das Gebäude 1983 von sintflutartigen Regenfällen beschädigt wurde. Inzwischen gehört es dem Kettenhersteller Vicinay.

Bevor wir die Pavillons von Artiach erreichen, sehen wir den Madaleno- oder Yandiola-Palast, der 1898 von den Eigentümern der Firma Aurrera aus Sestao gebaut wurde. Dies ist eines der wenigen erhaltenen sichtbaren Beispiele für die Villen, mit denen sich das Bürgertum aus der verstopften Altstadt entfernte, bevor es sich nach Getxo zurückzog.

ARTIACH

Nach dem Viertel Olabeaga treffen wir 300 Meter weiter vorne auf die wichtige Anlage von Galletas Artiach (auf Spanisch), die aus 3 Gebäuden besteht (7). Obwohl sich hier ab 1921 die Fabrik befand, die als erstes Gebäude Spaniens gilt, in dem eine Keksfabrik untergebracht war, machte ein Brand im Jahre 1931 die Errichtung einer neuen Fabrik notwendig.

Am interessantesten ist der anfängliche Baukörper, der 1937 im klassizistischen Stil errichtet wurde und auch als "die Kirche" bekannt ist, wegen der toskanischen Säulen und Kolonnaden sowie der großen Holztür als Visitenkarte des Unternehmens. Die beiden ersten Stockwerke, die im klassizistischen Stil konzipiert wurden, kontrastieren mit dem nüchternen und konventionellen modernen Stil der oberen Stockwerke aus dem Jahre 1965. Das Gebäude ist von den anliegenden Gebäuden durch Rippen mit Gesims geschützt und getrennt, die einen kleinen Platz vor dem Eingang der Fabrik bilden.

Die große, längliche Fabrik, die senkrecht zur Ría steht, weist eine vorwiegend blinde Fassade auf, jedoch verschönert durch die 96 winzigen Fenster in jedem der vier Stockwerke.

Beide Bauten wurden von dem Ingenieur José Artiach Gárate als Mitglied der Besitzerfamilie entworfen. An der gegenüber liegenden Seite befindet sich ein Erweiterungsbau aus moderner Zeit, den 50er Jahren, mit einem gegliederten Gebäude, das mit roten Ziegelsteinen verkleidet und von einem weiteren, auffälligeren Bau nach Art eines Turms gekrönt wird.

Artiach überflutet seine Umgebung mit einem charakteristischen Geruch von Zimt

In seinen Einrichtungen arbeiteten in den 70er Jahren bis zu 800 Menschen, von denen 600 Frauen waren, die unter dem Spitznamen "galleteras" bekannt waren. Von diesem Ort wehte ein angenehmer Duft nach Zimt in die Umgebung, der sich mit anderen, typisch industriellen Gerüchen vermischte.

Nach den Überschwemmungen von 1983 übte die Gesellschaft ihre Tätigkeit in einem neuen Werk im Landesinneren von Bizkaia aus, während dieses Gebäude in Werkstätten und verschiedene Unternehmen aufgeteilt wurde. Bei der Neugestaltung des Gebiets ist vorgesehen, diesen Komplex als Kulturzentrum zu erhalten.

Wasserspeicher von Remolcadores Ibaizabal
WASSERSPEICHER DER SCHLEPPSCHIFF-GESELLSCHAFT IBAIZABAL

Dieser Trinkwasserspeicher namens Urgozo (8) lag am Flussufer, an das wir uns nun begeben, und fasste 1.800 m3, die von einer nahe gelegenen Quelle kamen, und die anfänglich im Stollen einer ehemaligen Kupfermine gespeichert wurden. Im Jahre 1921 nach dem Projekt von Gregorio Ibarreche gebaut, sorgte er für die Süßwasserversorgung für die Schiffe, die es benötigten, mit Hilfe des Zisternenschiffs Auntz, das heute in den Docks des Meeresmuseums ausgestellt ist. Von seiner anfänglichen Gestaltung sind das angrenzende Wohnhaus und das Lager verschwunden, die in den 90er Jahren abgerissen wurden, als der Speicher außer Betrieb genommen wurde.

Gebäude der BETA
BETA-GEBÄUDE

Als Einfügung (9) in der durchgehenden Front von Wohn- und Fabrikgebäuden soll dieses Gebäude von 1952 gemäß dem Plan zur Neugestaltung des Gebiets erhalten bleiben, um das Zentrum für angewandte Mathematik zu beherbergen.

Das Unternehmen widmete sich bis zu seiner Umsiedlung an einen anderen Ort in Bizkaia der Kaltprägung von Metall in diesem Gebäude von 1951 mit Untergeschoss, zwei Stockwerken für die Produktion und einem weiteren zu Wohnzwecken im Obergeschiss. An der Ecke ragt ein Festungsturm hervor, in dem sich das Treppenhaus befindet, und zudem gibt eseinen bemerkenswerten späteren Anbau mit einer Anordnung als gebrochener Grundriss.

Cromoduro
CROMODURO

Es ist möglich, dass Sie keinen der Überreste dieses Unternehmens vorfinden, wenn Sie diesen Weg nehmen (10). Heute sind nur noch das Büro des Wächters und, durch ein Grundstück getrennt, das Gerippe der früheren Büros der Firma erhalten, die sich der Produktion von plastischen Elementen widmete. Diese gehörte in Wirklichkeit zu einer Holzfirma, was dem Design von Manuel Galíndez von Anfang des Jahrhunderts seinen Sinn verleiht, da in diesem Gebäude reichlich Holz verwendet wurde, ebenso wie in dem späteren Gebäude von Maderas Españolas, das 800 m weiter vorne liegt und viel besser erhalten ist.

Die ehemaligen Büros, die bis 2010 in Betrieb waren, waren ein Bau von Juan de Madariaga aus dem Jahre 1969. Sie entsprachen einem neuen Konzept der Industriearchitektur, das um 1970 aufkam. Es war ein sehr ausdrucksvolles zweistöckiges Gebäude. Gestützt durch eine Metallstruktur mit zwei kräftigen strukturellen Linien für die erste Betondecke und das Dach, wurde dazwischen die Fassadenfront eingefügt, etwas zurückgezogen und vollständig verglast. Ein Stil, der noch mit dem Schild im Außenbereich betont wurde, das vom Typ her sehr interessant ist.

Lancor und Consonni
LANCOR UND CONSONNI

Zwei verschiedene Arten, die Architektur der 50er zu verstehen (11).

Obwohl sie nebeneinander liegen, finden wir zuerst den Pavillon von Termoelectricidad Consonni (auf Spanisch) vor, wo elektrische Widerstände hergestellt wurden. Ein hübscher Pavillon aus dem Jahre 1957 mit einem Untergeschoss und zwei weiteren Stockwerken sowie einer geordneten, länglichen und eleganten verglasten Vorderseite, die fast die Gesamtheit der Fassade beherrscht. Seine Nutzung als zukünftiges Technik- und Industriemuseum wird erwogen, um die wichtigen industriellen Bestände des wiedergewonnenen beweglichen Erbes in Bizkaia zu beherbergen.

Durch einen schmalen Innenhof mit Gang und einprägsamen Fabrikmerkmalen getrennt, lag hier Elorriaga Industrias Eléctricas (Lancor). Ein Produktionskomplex aus dem Jahre 1958 mit senkrechter Ausrichtung, mit Untergeschoss und vier weiteren Stockwerken aus Stahlbeton, verkleidet mit dunkelbraunen Ziegelsteinen mit einem sehr ausgeglichenen Verhältnis von Fenstern und Wänden, wobei das Treppenhaus der Fassade als symbolisches Element wirkt. Es wurde im Jahre 2000 verlassen.

MEFESA
MEFESA

Hundert Meter weiter finden wir den letzten Industriekomplex vor (12), der von dem Ufer aus sichtbar ist, an dem wir entlanggehen. Es handelt sich um die Metallverarbeitungsfirma MEFESA, ein Industriegelände, an deren Front zur Ría man noch das von Luis Mª Gana im Jahre 1962 entworfene Bürogebäude sehen kann.

Sehr interessant wegen seiner räumlichen Aufteilung, wobei die Vorderseite drei Höhen hat, mit Fenstern mit sehr ausdrucksvollen Außenrahmen aus Beton und verkleideten Fronten durch verglaste Platten.

Eine bemerkenswerte Zusammenstellung nach dem stilistischen Kriterium der Zeit, eine Öffnung zur internationalen Avantgarde hin, und mit dem Produktionszentrum im Hintergrund als gewichtiges Zeugnis der Industrietätigkeit. Hinter dem Logo am Bürogebäude, das einen Diamanten darstellt, befinden sich die Labors und der sehr hohe Turm für die chemische Verarbeitung, der zu einem «architektonischen Meilenstein» werden sollte. Mit seinen inneren Einrichtungen aus Kübeln und Lastenaufzügen zur Metallverarbeitung, ist dies ohne weitere Hinzufügungen, «ein Maschinen-Gebäude, eine industrielle Skulptur».

Maderas Españolas (13)
Panel (Lage)
Panel (Übersetzung)

Auf unserem Weg über den Muelle Alfonso Churruca finden wir die Überreste der alten Ladeplätze und einige Informationsschilder über das Gebiet und seine industriellen Einrichtungen. Doch am Ende des Fußgängerweges und entlang der ersten Industrieanlage nähern wir uns dem Kleinod dieses Weg: dem verlassenen Gebäude von Molinos Vascos.

Electra del Nervión
ELECTRA DEL NERVIÓN

Vor der Mehlfabrik entdecken wir einige industrielle Einrichtungen, die von verzinktem Blech umgeben sind. Hier lagen die Pavillons der ehemaligen Electra del Nervión (14), dem ersten Wärmekraftwerk Bilbaos, gegründet 1894, das alle Ortschaften an beiden Ufern der Ría versorgte.

Unter seiner nichtssagenden Beschichtung befinden sich die ursprünglichen Einrichtungen, die noch unter den Formen der Fabrikhallen und der Aussparungen im Außenbereich zu sehen sind: Rundbögen, Mäanderbänder aus Ziegelsteinen... Die übrig gebliebenen Pavillons sind die ältesten Industriegebäude an der Ría von Bilbao und gehören zu den wenigen noch erhaltenen Beispiele von "Kathedralen"-Fabriken. Ursprünglich lagen hier 3 Fabrikhallen, ein Gebäude für Kessel mit einem Schornstein von 63 m Höhe, bereits abgerissen, und ein Transformatorenraum.

Molinos Vascos
MOLINOS VASCOS

Fast direkt dahinter finden wir Molinos Vascos (auf Spanisch). Der Bau von Federico Ugalde aus dem Jahre 1924 (15), nach den ästhetischen Vorgaben der neo-baskischen Architektur, war das zweite in Bilbao errichtete Betongebäude nach einer weiteren Mehlfabrik: La Ceres (Weg 1).

Das Hauptgebäude besteht aus zwei rechtwinkligen Baukörpern und hat einen Grundriss von 1.000 m2, von denen 600 Lager und der Rest Silos sind. Die Hauptfassade ist zur Ría hin ausgerichtet und verläuft parallel zum Verladekai und zu den früheren Eisenbahngleisen. Der Teil, der als Lager diente, hat fünf Stockwerke mit großen durchsichtigen Räumen und einem Dach im neo-baskischen Stil, das die Anlage unverwechselbar macht.

Doch das herausragendeste Merkmal dieses Baus sind die 15 riesigen Silos von 22 Meter, jedes mit Lagerkapazität für 75 Tonnen Getreide.

Kurioserweise bestand die Mehlfabrik nur 5 Jahre lang, bis eine Zeit der Missernten beim Getreide und die Krise von 1929 kam. Bis zur endgültigen Aufgabe entsprechend seines heutigen Aussehens wurde das Gebäude als Lager genutzt. Beim Bau der Fabrik wurden mehrere Einrichtungen der ehemaligen Werft Astillero Real de Zorroza (auf Englisch) neu genutzt, eine der wichtigsten der kantabrischen Küste, die seit 1615 in Betrieb gewesen war. Von der ursprünglichen Nutzung als Schiffsfabrik ist auch das Gebäude namens La Cordelería von Ende des 17. Jhs. erhalten, wo das Tauwerk für die Schiffe durch Flechten und Spinnen von Hanf hergestellt wurden.

Heute bleiben nur die spärlichen Überreste einer der Stirnseiten übrig, doch das ursprüngliche Gebäude maß mehr als 400 Meter Länge auf 2 Stockwerken für das Spinnen des Hanfs und das Flechten des Tauwerks für die Schiffe.

Eine Möglichkeit der Rückkehr nach Zorroza (mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß nach Bilbao) ist, einem Umweg durch die Einrichtungen des ehemaligen Schlachthofs zu nehmen, um die Metallbrücke (auf Spanisch) für die Eisenbahn Bilbao-Portugalete zu sehen (16), die 1888 von Pablo Alzola entworfen wurde (als Kulturgut eingestuft). Ein Bauwerk, das den Río Cadagua mit einer lichten Weite von 65 Metern ohne Zwischenstützen überspannt. Heute ist noch einer der 2 Förderwägen des ursprünglichen Baus erhalten.

Königliche Werft von Zorroza
Eisenbrücke Pablo Alzola
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